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Mobile-Web  14.03.2011 (Archiv)

Kodex Mobile Internet

Die vier österreichischen Mobilfunkunternehmen A1, Orange, T-Mobile und Drei haben heute, Montag, einen Selbstverpflichtungs-Kodex für ihre Branche unterzeichnet.

Darin haben sie sich zu gemeinsamen Maßnahmen verpflichtet, um ihren Kunden bessere Möglichkeiten zur Kontrolle des Datenverbrauchs bei mobiler Internetnutzung zu bieten. Einer der Kernpunkte ist die transparente Kostenkontrolle, um unliebsame Überraschungen bei der Rechnung zu vermeiden.

Zu den größten Kostenfallen bei mobilem Breitband zählt das Überschreiten von im Tarifpaket inkludierten Freimengen, wobei saftige Gebühren pro Megabyte anfallen. Darüber hinaus kann das Surfen in ausländischen Netzen - sei es im Ausland oder unbewusst in Grenznähe - durch Roaminggebühren horrende Rechnungen produzieren. 'Wir haben eine gewisse Sorge bei den Kunden registriert. Das war auch für uns ein Wachstumshemmnis und der Grund für die Einigung zum Selbstverpflichtungskodex', sagt Jan Trionow, Chef des kleinsten Mobilfunkers Drei. Generell sei die Zufriedenheit der Kunden mit den mobilen Internetzugängen durchwegs sehr hoch, betont unter anderem Hannes Ametsreiter, CEO von A1 Telekom, bei der Kodex-Unterzeichnung in Wien. Dennoch ist es vereinzelt zu Kundenbeschwerden gekommen, weil die Nutzer die inkludierte Datenmenge überschritten hatten und es zu einer Nachverrechnung des zusätzlichen Datenverbrauchs kam.

Konkret wollen die Netzbetreiber deutlicher über Tarifbedingungen und mögliche Probleme beispielsweise in Grenznähe informieren. Der zu erwartende Datenverbrauch soll mit Standardbeispielen veranschaulicht werden. Kostenkontrolle wird zudem via Smartphone-App, Online-Portal oder Warn-SMS bei Erreichen von inkludierten Datenmengen gewährleistet. 'Diese Kontrollmöglichkeiten werden alle Mobilfunker kostenlos anbieten', betont Michael Kramer, CEO von Orange.

Der Raomingproblematik begegnen die Betreiber mit einer Opt-In-Lösung. Kunden müssen im Ausland, sobald das erste Mal eine Datenverbindung aufgebaut wird, aktiv bestätigen, dass sie Datenservices nutzen wollen. Das geschieht entweder über eine Bestätigungs-SMS oder auf einer Landing-Page im Webbrowser, wie es beispielsweise bei T-Mobile oder Drei umgesetzt ist. Darüber hinaus werden Kunden im Ausland mit Warn-SMS informiert, sobald ein gewisses Datenvolumen erreicht ist. Je nach Betreiber geschieht dies nach 50, 60 oder 100 Megabyte.

Das unabsichtliche Überschreiten der inkludierten Datenmenge im Heimnetz soll durch spezielle Speed-Step-Down-Tarife verhindert werden. Dabei wird nach Erreichen des Datenlimits die Verbindungsgeschwindigkeit auf 56 kbit/s gedrosselt, wodurch der teure Datentransfer außerhalb des Tarifpakets beschränkt wird. Jeder Mobilfunkanbieter will in Zukunft einen entsprechenden Tarif in sein Angebot aufnehmen. 'Wir bewerben diesen Tarif aktiv und legen auch unseren Bestandskunden nahe, auf einen Speed-Step-Down-Tarif zu wechseln', sagt T-Mobile-CEO Robert Chvátal im Gespräch mit pressetext.

Große Neuerungen gibt es in dem unterzeichneten Selbstverpflichtungskodex kaum. Jeder der vier Betreiber hat die Instrumente zur Kostenkontrolle, auf die man sich geeinigt hat, seinen Kunden schon in der einen oder anderen Form bereits zur Verfügung gestellt. Um generelle Sicherheit zu schaffen, habe man sich jedoch auf diesen Selbstverpflichtungkodex geeinigt, sagen die CEOs. Drei-Chef Trionow hält jedoch fest, dass sein Unternehmen noch weiter über die Kodex-Regeln hinaus geht, um maximale Sicherheit für seine Kunden sicherzustellen. 'Die beste Möglichkeit ist hier ein Flat-Rate-Tarif. Hierbei gibt es kein Überschreiten von Datenvolumen', wirbt er für die aktuellen Drei-Angebote.

pte/red

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