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29.10.2002 (Archiv)

Breitband - Österreich im Mittelfeld

11 Prozent der österreichischen Haushalte haben derzeit einen Breitband-Internet-Anschluss. Österreich liegt damit im europäischen Vergleich im Mittelfeld.

Bis 2005 wird sich dieser Anteil auf 18 bis 20 Prozent verdoppeln, der Bedarf wird sich in Spitzenzeiten von derzeit weniger als 25 Gigabyte sogar auf knapp 75 Gigabyte pro Sekunde verdreifachen, geht aus einer neuen Studie über den österreichischen Breitbandmarkt des Beratungsunternehmens Arthur D. Little hervor.

Schweden führt mit 19 Prozent das Breitband-Internet-Ranking in Europa an, in Dänemark haben bereits 13,5 Prozent der Haushalte einen Breitband-Zugang, in der Schweiz 12,5 Prozent. Europäisches Schlusslicht bilden Italien und Großbritannien mit je 3,5 Prozent, knapp davor liegt Frankreich mit 4,5 Prozent. In Deutschland haben 6,8 Prozent der Haushalte einen Breitband-Zugang.

Der Grund für die unterschiedliche Durchdringung liege darin, dass in einigen Ländern - etwa in Schweden - Breitband-Internet von der Regierung gefördert werde, erläuterte der Leiter des Telekombereichs bei Arthur D. Little, Karim Taga. In Korea beispielsweise habe auf Grund der dortigen Förderpolitik bereits jeder zweite Haushalt einen Breitband-Internet-Anschluss. In Österreich, wo es keine derartigen Förderungen gebe, sei die Regierung gefordert, die Rahmenbedingungen für Breitband-Internet zu erleichtern, damit Österreich seine Position im europäischen Mittelfeld in den nächsten Jahren zumindest halten könne.

Die Treiber für den zunehmenden Bedarf von Breitband-Internet seien Geschäfts- und Unterhaltungsanwendungen wie die Möglichkeiten zum Daten herunterladen, Video on Demand und Gaming, so Taga. Unternehmen würden sich künftig erhebliche Versandkosten sparen, da nicht mehr CD-Roms verschickt werden müssten, sondern die entsprechenden Daten aus dem Internet herunterladbar würden.

Für mobile Technologien wie GPRS oder für Wireless LAN sieht Taga nicht so große Wachstumschancen wie für Breitband-Internet. Die Handy-Technologien seien derzeit für die benötigten großen Datenmengen - etwa 10 Megabyte - zu begrenzt, außerdem seien die Datenformate nicht für Handys konzipiert. Erst mit UMTS werde in etwa 5 bis 10 Jahren 'ein Quantensprung' passieren, ist Taga überzeugt. Wireless LAN sei hingegen immer an lokale Hot-Spots gebunden, was nur eine punktuelle Nutzung erlaube. Außerdem hätten User an WLAN-Hot Spots - etwa an Flughäfen -, nie die Zeit, sich etwa ein Zwei-Stunden-Video anzuschauen.

In den kommenden Jahren erwartet Taga einen steigenden Wettbewerb im österreichischen Breitband-Internet-Bereich. Unter den österreichischen Glasfaserbackbone-Anbietern werde auf Grund des bestehenden Überangebots hingegen eine Konsolidierung stattfinden, was den Mark für eine neue Kategorie an Netzbetreibern öffnen könnte, die ausschließlich mit Glasfaserstruktur arbeiten und damit viele Probleme bestehender Netzbetreiber umgehen könnten, heißt es in der Studie.

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