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Zahlen & Daten  27.10.2014 (Archiv)

Radikal in Social Media - oder nicht?

Eigentlich sorgt die ähnliche und gefilterte Umgebung in sozialen Netzwerken dafür, dass sich eigene Extreme noch verstärken. Eine Studie sieht nun aber die Entradikalisierung durch Social Networks.

Soziale Medien schüren politischen Extremismus nicht. Im Gegenteil, wie eine neue Untersuchung der New York University offenbart. Demnach trägt die Verwendung des Web 2.0 dazu bei, politische Massenpolarisierungen zu verringern. Um zu diesem Ergebnis zu gelangen, untersuchte PhD-Kandidat Pablo Barberá Millionen Twitter-Nutzer in den USA, Spanien und Deutschland.

Konkret bestimmte Barberá die politische Gesinnung der User aufgrund der Politiker, politischer Gruppierungen und politischer Reporter sowie Medien, denen die Nutzer folgten. Danach analysierte er das Netzwerk jedes Nutzers und fand heraus, dass dieses diversifizierter war als erwartet. Als Grund sieht der Wissenschaftler die schiere Größe von sozialen Netzwerken.

Die Nutzer folgen auch jenen, die sich weit außerhalb der eigenen Gesinnungsgemeinschaft bewegen. Die Diversität politischer Meinungen, die ein Social-Media-User sieht, vergrößert sich so. Der politischen Diversität ausgeliefert zu sein, führt dabei zu größeren Herausforderungen an das Denken der Personen, sowie zu provozierenden Gedankenexperimenten, die dann mit Andersdenkenden ausgeschlachtet werden.

Barberá zeigt in seiner Studie, dass trotz der großen Kluft zwischen Demokraten und Republikanern im Kongress die Amerikaner sehr empfänglich für eine Mäßigung sind. 'In den USA bedarf es nur einer relativ geringen Diversität von rund 15 Prozent, um die Menschen gemäßigter zu machen. In Deutschland und Spanien wird dafür eine Diversität von 35 Prozent benötigt', so Barberá abschließend.

Zusammenhängen kann das überraschende Ergebnis mit der Tatsache, dass Twitter weniger filtert(e), als andere Netzwerke. Während man in Facebook nur im eigenen Umfeld agiert, erreichen einem in Twitter dann doch auch andere Anschauungen ungefiltert.

pte/red

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#Studie #Politik #Social Media



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