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Sicherheit  20.02.2022

Russische Hacker kassieren ab

Russland ist ein sicherer Hafen für gut verdienende Cyber-Kriminelle, wie eine Analyse der Blockchain-Datenplattform Chainalysis zeigt.

Von den 2021 weltweit mit Ransomware-Attacken verdienten Geldern sind laut dem Bericht rund 74 Prozent bei russischen Hackern gelandet. Umgerechnet sind das über 400 Mio. Dollar (rund 352 Mio. Euro), die in Form von Kryptowährungen in die Taschen dieser Gruppen wanderten

'Mithilfe öffentlicher Blockchain-Transaktionsverzeichnisse ist uns gelungen, den Fluss des Geldes von und zu den digitalen Brieftaschen bekannter Hacker-Gruppierungen zu verfolgen', erklären die Experten von Chainalysis. Diese konnten anhand bestimmter spezifischer Merkmale nachvollziehen, welche davon in Russland angesiedelt sind. 'Zum Beispiel ist ihr Code so geschrieben, dass keine Dateien zerstört werden, wenn er herausfindet, dass der Computer des Opfers in Russland steht', erläutert die US-Firma.

Die zu Tage geförderten Ergebnisse würden einmal mehr tatkräftige Beweise dafür liefern, dass viele Cyber-Gangster entweder aus Russland oder aus einem der daran angrenzenden Länder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) heraus operieren würden, heißt es von Chainalysis. 'Unser Bericht berücksichtigt allerdings nur den Geldfluss zu den Anführern der Hacker-Gangs. Viele davon haben nebenbei auch noch andere Geschäfte laufen. Zum Beispiel vermieten sie Tools, die man für Attacken benötigt, an andere Hacker und Gruppen weiter', so die Experten.

Erst im vergangenen Jahr wurde eine groß angelegte internationale Operation gestartet, um den zunehmend professioneller agierenden Ransomware-Hackern das Handwerk zu legen. Ausschlaggebend für die Aktion waren damals mehrere Attacken auf hochrangige Ziele, wie etwa den Gesundheitsservice in Irland oder eine Öl-Pipeline in den USA. Als Folge wurden mehrere Cyber-Kriminelle in Rumänien und der Ukraine, aber auch in Südkorea und Kuwait ausgeforscht und verhaftet.

Auf russischer Seite ist man unterdessen nie müde geworden zu betonen, dass man keine Hacker-Gruppen im eigenen Land beherberge. Beim Gipfeltreffen mit US-Präsident Joe Biden bekräftigte Russlands Präsident Wladimir Putin 2021 diesen Standpunkt auch gegenüber Journalisten. Demnach zeige eine eigene geheimdienstliche Untersuchung, dass 'Russland nicht in der Liste der Ursprungsländer der meisten Cyber-Angriffe zu finden ist'.

Immer mehr NAS als Ziel von Attacken

Cyber-Gangster konzentrieren sich bei ihren Angriffen vermehrt auf sogenannte Network-Attached-Storage-Geräte (NAS) und nutzen deren mangelnden Schutz gezielt aus, was diese leichter auffindbar macht. Dies berichtet der IT-Security-Spezialist Trend Micro.

'NAS-Systeme sind in vielen Umgebungen treue Arbeitstiere, die ohne Probleme ihre Aufgaben erfüllen. Gerade deshalb werden sie jedoch regelmäßig vergessen. Leider werden diese Geräte aus Security-Sicht dann nur stiefmütterlich behandelt: Sie erhalten keine Patches, das AAA-Prinzip (Authentifizierung, Autorisierung und Abrechnung) findet kaum Anwendung und in vielen Fällen wird nicht einmal das Standard-Passwort geändert. Das alles macht sie zu verlockenden Zielen für Cyber-Kriminelle', warnt Udo Schneider, IoT Security Evangelist Europe bei Trend Micro.

Bedrohungen für NAS-Geräte gehen laut Trend Micro insbesondere von bekannten Ransomware-Familien wie 'REvil and Qlocker', Botnetzen wie 'StealthWorker' und Cryptominern wie 'UnityMinder' und 'Dovecat' aus. Doch auch zielgerichtete Angriffe, etwa durch die Malware 'QSnatch', stellen eine Gefahr für sie dar. NAS-Geräte seien ein entscheidender Bestandteil der Speicher- und Backup-Strategien für Unternehmen und Privatpersonen. Deshalb sollten diese Geräte mit modernen Best Practices umfassend vor Angriffen geschützt werden.

Die Experten empfehlen daher, NAS-Geräte nie direkt mit dem Internet zu verbinden. Auch Zugangs- und Sicherheitsdaten aller angeschlossenen Geräte sollten regelmäßig geändert werden. Voreingestellte Standardpasswörter sollten nie beibehalten werden. Eine Zwei-Faktor-Authentifizierung ist möglichst zu aktivieren, sofern diese verfügbar ist. Und auch nicht genutzte Dienste, beispielsweise nicht benötigte Software und Anwendungen, sollten deinstalliert werden.

pte/red

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#Hacker #Russland #Studie



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